Wie Dein Körper Dir beim Grenzen setzen hilft

Kennst Du diesen Teufelskreislauf aus schlechtem Gewissen, zu viel Machen und Geben und dem Gefühl, alles ist zu viel?

So ging es auch einer Klientin – nennen wir sie Anna. Ihr großes Ziel war es, mehr Leichtigkeit im Alltag zu verspüren. Aber in ihrer Realität hatte sie eine nicht endende To Do Liste und viel Verantwortung die sehr auf ihr lastete. Anna ist sich bewusst, dass sie die Tendenz hat, sich schnell verantwortlich zu fühlen und Ja zu sagen, wenn jemand sie um etwas bittet. Oft hat sie erst hinterher bemerkt, dass sie eigentlich lieber Nein gesagt hätte.

Anna wusste, dass sie ein Thema mit Grenzen setzen hatte. Dennoch gelang es ihr nur selten, gesunde Grenzen zu setzen.

Warum ist es so schwer für Anna? Was hält sie in diesem Teufelskreis?

 

Und genau darum geht es heute in unserem Blog:

  • Was sind gesunde Grenzen?

  • Warum ist es so schwer, gesunde Grenzen ist zu setzen?

  •     Wie kannst du gesunde Grenzen setzen?

  •     Wie du deinen Körper beim Grenzen setzen miteinbeziehst

Was sind gesunde Grenzen?

Vereinfacht gesagt bestimmen Grenzen, was reinkommen darf und was draußen bleiben soll.

Gesunde Grenzen unterstützen uns dabei, uns wohl, sicher und mit anderen verbunden zu fühlen. Sie helfen uns, gute Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen und dabei die Grenzen anderer zu respektieren. Sie sind flexibel und passen sich unseren Bedürfnissen, Situationen und Menschen an. Mit gesunden Grenzen haben wir Klarheit, wozu wir „Ja“ und wozu wir „Nein“ sagen wollen und treffen dementsprechend eine bewußte Wahl.

 

Ungesunde Grenzen dagegen sind entweder zu starr oder zu schwach bis hin zu nicht-existent.

Das kann sich verschieden äußern.

Die einen sagen zu allem automatisch Ja und konzentrieren sich hauptsächlich auf das, was andere wollen, brauchen. Sie wollen anderen gefallen, nehmen andere wichtiger als sich selbst und nehmen dafür auch in Kauf, gestresst, überarbeitet und erschöpft zu sein.

Andere wiederum sagen erst mal automatisch Nein. Sie lehnen alles Neue, von Gewohnheiten abweichende ab und sind nicht offen für neue Möglichkeiten.

Wieder andere bewegen sich dazwischen, mal setzen sie Grenzen, mal nicht, aber selten bewußt, und wenn sie Grenzen setzen, bröckeln die auch mal schnell und aus einem Nein wird ein Ja oder mit bestimmten Personen gibt es immer nur ein Ja.

 

Bringt dich deine jetztige Art Grenzen zu setzen dem, was du dir für dich im Leben und in der Arbeit wünschst, näher? Oder ist sie manchmal kontraproduktiv?

Warum ist es so schwer gesunde Grenzen zu setzen?

Deine Grenzen haben ein ganz bestimmtes Ziel – dich zu schützen und sich um deine 3 essenziellen nutrients Sicherheit, Verbundenheit, Würde/ Respekt zu kümmern. Über die Jahre hinweg, hast du gelernt, auf eine bestimmte Art und Weise Grenzen zu setzen. Mittlerweile ist dieser Vorgang automatisiert, d.h. du setzt immer auf eine bestimmte Art und Weise Grenzen, ohne viel darüber nachzudenken oder in dich hineinzufühlen. Du hast hierfür ein Verhaltensmuster entwickelt. Dieses Muster war und ist abhängig davon, wie du dich sicher fühlst und welcher der nutrients dir ganz besonders wichtig ist. Manche tun alles, um Beziehungen zu anderen nicht zu gefährden (Verbundenheit), andere möchten sich emotional und finanziell sicher fühlen (Sicherheit) und anderen wiederum ist es besonders wichtig, dass sie respektiert, anerkannt werden, auch wenn das auf Kosten von Sicherheit und Beziehung geht.

Die Notwendigkeit, dich oder etwas in deinem Leben zu verändern, kann aus dir selbst kommen oder durch neue Umstände, wie z.B. eine neue Rolle/Position oder Lebenssituation extern entstehen. Meist erfordert eine Veränderung auch neue Grenzen. Neue Grenzen bedeuten, dass du deine 3 essenziellen nutrients nicht mehr in der bisher gewohnten Art und Weise nähren kannst. Damit einher geht das Gefühl von Unsicherheit, Unwohlfühlen. Und das wiederum macht das Setzen neuer Grenzen so schwer.

Gerade unter Stress und Druck handeln wir oft automatisch, ohne nachzudenken. Wir machen das, was wir immer machen, unsere Reaktion ist ein automatischen Ja, Nein, Vielleicht.

Die Emotionen und Gedanken die dabei aufkommen sind individuell und hängen stark von den eigenen Erfahrungen, dem Elternhaus oder auch der Kultur in der man aufgewachsen bis ab.

Anna fühlte sich sehr unwohl dabei, auf Anfragen Nein zu sagen. Sie hatte die Befürchtung sich selbst zu wichtig zu nehmen, nicht genügend Einsatz zu zeigen, und die Angst, mit einem Nein die Beziehung zu gefährden.

 

Wie kannst Du mehr auf deine Bedürfnisse hören und gesunde Grenzen setzen?

Viktor E. Frankl sagt: Between stimulus and response there is a space. In that space is our power to choose our response. In our response lies our growth and our freedom.”

Diesen „space“, Raum, kannst du nutzen, um innezuhalten und zu spüren, was ist für dich hier wichtig. Was sind Deine Bedürfnisse, Vorlieben? Und was ist für die anderen wichtig, was sind deren Bedürfnisse, Vorlieben?

Und dich dann bewusst entscheiden, was deine „response“ ist, ein bewusstes Ja, Nein, vielleicht, dann setzt du gesunde Grenzen. Dieser „space“ ist manchmal nur ein kurzer Moment, ein innehalten und in den Körper spüren.

Anna übte nun regelmäßig 2 Sachen

  • Sie verband sich jeden Morgen mit dem was ihr wirklich wichtig war, mit dem Gefühl der Leichtigkeit, dass sie stärker empfinden wollte. purpose

  • Wenn neue Aufgaben an sie herangetragen wurden nahm sie sich einen Moment. Bei größeren Projekten bat sie um Zeit ihre Entscheidung zu treffen. Ansonsten machte sie ein paar tiefe Atemzüge und verband sich mit dem Gefühl der Leichtigkeit und fragte sich ob sie hierzu Ja, Nein oder Vielleicht sagen möchte. Sie spürte aber auch den Anderen und seine Bedürfnisse. Dadurch konnte die ihre Grenzen spüren aber auch den anderen anerkennen. Und mit diesem Bewusstsein ihre Grenze setzen und kommunizieren.

Es gelang ihr gerade am Anfang nicht immer aber sie wurde bewusster und mit der Zeit konnte sie stärker ihre Grenzen spüren. 

Wir haben dir daher eine Übung aufgenommen, die dich unterstützt mit deinem Körper gesunde Grenzen zu setzen.

 

Viel Spaß beim Grenzen spüren, abgrenzen und experimentieren.

We see you and believe in you

Karin und Ulrike

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