Wie du Embodied Self-awareness Entwickelst

Wenn du schon ein paar Blogs von uns gelesen hast, dann weißt du, dass Embodied Self-Awareness eine wesentliche Komponente für nachhaltige Veränderung ist. Aber nicht nur dafür, sondern auch für ein erfülltes Leben voller Mojo. Was Embodied Self-Awareness genau ist, warum es so hilfreich ist und wie du es trainierst, erfährst du in diesem Blogartikel.

Was ist Embodied Self-Awareness?

Embodied Self-Awaress bedeutet, die Empfindungen des eigenen Körpers in einem bestimmten Moment (im Hier und Jetzt) wahrnehmen und spüren zu können. Diese Empfindungen können auch als Sprache des Körpers bezeichnet werden. Um sie zu spüren, kannst du auf 3 Dinge achten:

  1. Temperaturunterschiede – Wo kannst du Wärme oder auch Kälte in deinem Körper spüren?

  2. Bewegungen – wo kannst du deinen Herzschlag, ein Pulsieren, Kribbeln oder auch die Bewegungen deines Atems wahrnehmen?

  3. Druck oder Offenheit – Wo fühlst du eine Anspannung oder auch Offenheit, Lockerheit?

Neben den Körperempfindungen kannst du auch deine Emotionen wahrnehmen wie bspw. Freude oder Traurigkeit. Bestimmte Emotionen gehen dann mit bestimmten Körperempfindungen einher. Freude kann sich bspw. offen im Brustraum anfühlen und ein Kribbeln im Unterbauch hervorrufen. Embodied Self-Awareness bedeutet, dass du wahrnehmen kannst, wie sich unterschiedliche Emotionen bei dir im Körper anfühlen.

Warum ist Embodied Self-Awareness so wichtig?

Mit steigender Selbstwahrnehmung werden diese Empfindungen zu einer wesentlichen Informationsquelle. Sie geben dir Auskunft darüber, was dir wirklich wichtig ist (am Herzen liegt), sie unterstützen dich bei deinen Entscheidungen (wozu du gerade Ja/Nein/Vielleicht sagen möchtest) und du wirst in der Lage sein, besser sowohl in Situationen als auch andere Menschen hineinzuspüren und damit deine Beziehungen verbessern. Gleichzeitig erhöhst du mit deiner Selbstwahrnehmung auch deine Möglichkeiten, aus dem Autopiloten, also aus automatischen Reaktionsmustern, herauszukommen. Gerade in stressigen Situationen verfallen wir in automatisierte Handlungsmuster. Mit Embodied Self-Awareness bemerkst du schneller, wenn du gerade auf eine Art und Weise reagierst, die nicht mit dem, was dir wirklich wichtig ist, im Einklang steht, kannst innehalten und dich bewusst entscheiden, wie du dich verhalten/handeln möchtest.

Warum ist Embodied Self-Awareness so schwierig?

In unserer westlichen Welt leben wir in einer verkopften, vom Körper losgelösten, Welt. Viele von uns haben durch ihr Elternhaus, die Schule oder auch andere Erlebnisse gelernt, sich von ihrem Körper zu entfernen. Zu fühlen und zu spüren wurde schrittweise vernachlässigt oder gar als gefährlich wahrgenommen. Der Körper wurde mehr und mehr zu einem Objekt. Ein Objekt, welches bestimmten Idealen entsprechen muss, welches nur beachtet wird, wenn es schmerzt und krankt oder nicht so aussieht oder funktioniert, wie man das gerne hätte.

Langfristig führt das dann dazu, das das Leben sich hauptsächlich im Kopf abspielt. Es wird analysiert, bewertet und in Konzepte verpackt. Sowohl die schönen als auch die traurigen Momente werden nur verspürt, wenn sie eine bestimmte Stärke haben. Die kleinen Momente des Alltags werden kaum wahrgenommen. Eine Umarmung mit dem Partner oder dem Kind, das Zwitschern der Vögel im Frühling, das Lächeln einer vorbeilaufenden Person werden kaum oder gar nicht wahrgenommen. Der Körper fühlt sich taub an.

Unsere Welt ist eine schnelle, laute Welt. Und nicht alles zu spüren ist eine sehr sinnvolle Überlebensstrategie. Man kann sich das “Nicht-Spüren” wie einen schützenden Panzer vorstellen oder eine dunkle Sonnenbrille, die die starken Strahlen (zu starke Empfindungen) abschirmt. Im Laufe der Zeit haben sich viele den Schutz so zu eigen gemacht, dass sie ihn gar nicht mehr abnehmen können bzw ohne ihn leben können. Der Schutzmodus ist Normalzustand geworden.

Wie kannst du deine Embodied Self-Awareness erhöhen?

Beginne mit Situationen, die du als schön empfindest. Nimm dir einen Moment Zeit, blick aus dem Fenster oder geh auf die Terrasse, den Balkon oder in den Garten und sei mit dem, was gerade ist. Nimm diesen Moment mit all deinen Sinnen wahr. Was hörst du, was siehst du, wie riecht oder schmeckt es? Was fühlt sich der Stoff Deiner Kleidung oder die Luft auf deiner Haut an? Welche Empfindungen hast du (Druck, Temperatur, Bewegung)?In welcher Stimmung bist du hier?

Practice

Um deine Selbstwahrnehmung zu trainieren, haben wir dir eine kurze Körperübung aufgenommen. Sie soll dir gerade am Anfang dazu dienen, stärker in den Moment und in deinen Körper zu hineinzuspüren.

Lass uns gerne wissen wie es dir damit ergeht.

We see you and believe in you.

Karin und Ulrike

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